9783825245405_RGBMedienwandel.

Konstanz: UVK, 2016.

Hier bestellbar

Klappentext

Das Buch gibt Instrumente an die Hand, mit denen sich der Wandel der Medien beschreiben und erklären lässt.
Der erste theoretische Teil fokussiert die Mediengeschichtsschreibung. Joseph Garncarz definiert zentrale Begriffe wie »Medien« und »Wandel« und zeigt, was die Veränderungen vorantreibt. Er entwirft zudem ein Modell des Medienwandels, das erklärt, wie Medien erfunden, etabliert, verbreitet und differenziert werden.
Der zweite historische Teil besteht aus zwölf Fallstudien zu den Medien Film und Fernsehen, die unterschiedliche Aspekte des Medienwandels thematisieren. Liest man die Fallstudien chronologisch, setzt sich ein anschauliches Bild vom Wandel der Kino- und Fernsehkultur in Deutschland im 20. Jahrhundert zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 7

Teil I: Instrumente zur Analyse des Medienwandels 11
1. Was sind Medien? 13
2. Was bedeutet Wandel? 33
3. Wie lässt sich Medienwandel beschreiben? 41
4. Was treibt den Medienwandel voran? 53
5. Wie lässt sich Medienwandel modellhaft repräsentieren? 65

Teil II: Fallstudien zum Wandel der Kino- und Fernsehkultur 75
6. Mobiles Kino (1900er-Jahre) 77
7. Kinotheater und dramen (1910er-Jahre) 89
8. Der Spielfilm und die Nationalisierung der Filmpräferenzen
(1920er- und 1930er-Jahre) 101
9. Soziale Differenzierung der Filmpräferenzen (1920er- und 1930er-Jahre) 111
10. Zur Übersetzung fremdsprachiger Filme (1930er-Jahre) 121
11. Filmproduzenten von europäischem Ruf (1930er-Jahre) 131
12. Beginn der modernen Sportberichterstattung (1930er-Jahre) 139
13. Juden spielen Nazis in Hollywood (1940er-Jahre) 149
14. CASABLANCA im Kalten Krieg (1950er-Jahre) 163
15. Der Wandel der TAGESSCHAU (1950er- und 1960er-Jahre) 175
16. Medien- und Generationswandel (1960er- bis 1990er-Jahre) 187
17. Globalisierung der Kinokultur (1970er- bis 2000er-Jahre) 205

Anhang 215
Anmerkungen 217
Literatur 235
Index 243

Rezensionen

„eine bemerkenswerte Studie“

Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau, 11. Aug. 2016


Wechselnde VorliebenWechselnde Vorlieben: Über die Filmpräferenzen der Europäer, 1896-1939. 

Frankfurt am Main, Basel: Stroemfeld, 2015

Hier bestellbar

Klappentext

Wir schauen in diesem Buch Millionen von Europäern retrospektiv über die Schulter und vollziehen ihre Entscheidungen an der Kinokasse nach. Anders jedoch als die Zeitgenossen, können wir klar erkennen, wie und warum sich die Kinobesucher verschiedener Länder für bestimmte Filmprogramme bzw. Filme entschieden haben.

Um 1900 sahen und schätzten Menschen in verschiedenen europäischen Ländern mehr oder weniger die gleichen Filme. In den 1930er Jahren favorisierten sie dagegen im Wesentlichen unterschiedliche Filme – vor allem solche aus dem jeweils eigenen Land. Im Lauf weniger Jahre hatte sich eine relativ homogene visuelle europäische Gemeinschaft in einen heterogenen Flickenteppich kulturell unterschiedlicher Filmpräferenzen verwandelt.

Joseph Garncarz zeigt erstmals, wie und warum sich die Filmpräferenzen der Europäer im Lauf weniger Jahre kulturell stark ausdifferenziert haben.

Die Untersuchung beruht auf der systematischen Auswertung von teilweise eigens für diese Studie erstellten Filmerfolgsranglisten, mit denen sich die Präferenzen der Zuschauer messen lassen. Acht europäische Länder konnten für diese Studie berücksichtigt werden: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen und die Tschechoslowakei.

Die Studie ist ein innovativer Beitrag sowohl zur Film- und Mediengeschichtsschreibung als auch zur Soziologie des Geschmacks im 20. Jahrhundert. Sie erneuert nicht nur unser Wissen über die Filmvorlieben der Europäer vor dem Zweiten Weltkrieg, sondern gibt auch neue Impulse zur Erforschung kultureller Präferenzen anderer Medien, Regionen und Zeiten.

Inhaltsverzeichnis

Dank

Einleitung 7
Erste Phase: Übereinstimmende Filmpräferenzen um 1900 17
1. Das Jahrmarktkino 17
2. Kino der Attraktionen 22
3. Eine europäische Institution 27
4. Grundmuster selektiver Filmpräferenzen 31
5. Das Publikum des Jahrmarktkinos 38
6. Nationale Lesekultur in Europa 43
Zweite Phase: Einsetzende kulturelle Differenzierung der Filmpräferenzen in den 1910er Jahren 51
7. Etablierung der Kinodramen 51
8. Zur Übersetzung erzählender Stummfilme 62
9. Grundmuster selektiver Filmpräferenzen 65
10. Kulturelle Differenzierung der Dramentypen 72
11. Zur Demografie des Kinopublikums 78
Dritte Phase: Etablierung der kulturellen Differenzierung der Filmpräferenzen in den 1920er und 1930er Jahren 91
12. Etablierung des Spielfilms 91
13. Zur Übersetzung von Tonfilmen 98
14. Grundmuster selektiver Filmpräferenzen 107
15. Die Vorliebe für die Filme des eigenen Landes 134
16. Der besondere Erfolg Hollywoods 139
17. Der relative Erfolg des deutschen Films 153
18. Kulturelle Diversität innerhalb nationaler Grenzen 166
19. Wandel des Kinopublikums 178
Rück- und Ausblick 191
Dank 200
Filmerfolgsranglisten 203
Auflösung der Länderkürzel 251
Literaturverzeichnis 253

Rezensionen

“Eine Pioniertat ist die hochinteressante Studie des Filmhistorikers Joseph Garncarz.”

Oberbayerisches Volksblatt, 27. 4. 2015

„Im wenig systematisch bearbeiteten Feld der Publikumsforschung stellt diese Publikation einen Durchbruch dar, da man anhand der hier angelegten Erhebungen und deren Analysen fundierte Kenntnisse über Filmpräferenzen europäischer Kinobesucher_innen aus vier Jahrzehnten erlangt.“

Peter Ellenbruch, MEDIENwissenschaft, Nr. 02/2016

„Während im frühen Kino in Europa relativ ähnliche Sehgewohnheiten herrschten und dieselben Filme geschaut wurden, differenzierte sich der Geschmack des Kinopublikums in den 1920er und 1930er Jahren weiter aus, zugunsten einheimischer Filmproduktionen bzw. einheimischer Stoffe. […] Damit leistet der Band einen Beitrag zur europäischen Publikumsforschung, d. h. zu einem lange Zeit notorisch vernachlässigten Bereich innerhalb der Film- und Medienwissenschaften. […] Garncarz‘ umfangreiche, einzigartige Studie bietet […] zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für die weitere Forschung, zeigt sie doch Tendenzen auf, die durch Detailstudien ergänzt werden sollen – wozu der Autor in seiner Einleitung explizit auffordert.“

Dagmar Brunow, Medien & Kommunikationswissenschaft, Nr. 03/2016

„Garncarz belegt empirisch und argumentativ die These, dass das europäische Kino im Untersuchungszeitraum von einem globalen zu einem zunehmend nationalstaatlichen Phänomen wurde und schreibt damit zugleich eine Sozial- und Kulturgeschichte des Films in Europa.“

Stefanie Mathilde Frank, Filmblatt, Nr. 58/59 2015/16


 

Hollywood in Deutschland: Zur Internationalisierung der Kinokultur 1925-1990.

Frankfurt/M. und Basel: Stroemfeld, 2013 [= Habil.-Schr.].

Hier bestellbar

Klappentext

In den 1950er Jahren bevorzugten mehr als die Hälfte der deutschen Kinobesucher Filme aus dem eigenen Land. In den 1980er Jahren sank dieser Wert auf nur noch fünf Prozent, während sich eine Mehrheit für US-amerikanische Filme aussprach. Diese Veränderung ist Ausdruck einer Internationalisierung der Kinokultur, zu der es in Deutschland im Verlauf der 1960er und 1970er Jahre kam. Stammten die Kassenhits der 1950er Jahre noch überwiegend aus Deutschland, so wurden in den 1960er Jahren zunächst die Filme der europäischen Nachbarländer populärer, bevor sich Hollywood schließlich seit den 1970er Jahren beim deutschen Kinopublikum durchsetzte.

Joseph Garncarz beschreibt und erklärt erstmals diesen Prozess der Internationalisierung der Filmnachfrage und revidiert damit unser Wissen über die Rolle Hollywoods in Deutschland grundlegend. Die Bedeutung des Zuschauers als entscheidendem Akteur rückt dabei ins Zentrum der Betrachtung: Durch die Auswahl bestimmter Filme aus dem verfügbaren Gesamtangebot entscheidet das Publikum maßgeblich über die Veränderungen der gesamten Kinokultur. Als empirische Grundlage der Untersuchung dienen Filmerfolgsranglisten und andere zeitgenössische Umfragen, mit denen sich die Nachfrage des Publikums bestimmen lässt.

Das Forschungskonzept und das auf der Basis der Kinoumfragen entwickelte Beschreibungs- und Erklärungsmodell zur Rolle Hollywoods in Deutschland haben dabei über den vorliegenden Untersuchungsgegenstand hinaus Modellcharakter für Untersuchungen der Kinokulturen in anderen Ländern sowie anderer Medienkulturen.

Inhaltsverzeichnis

Dank

1. Einleitung
2. Das Standardmodell
2.1 Die These weltweiter Dominanz US-amerikanischer Filme
2.2 Erklärungsansätze für die filmkulturelle Dominanz der USA
2.3 Zweifel an der Geltung des Standardmodells
2.4 Gründe für die Popularität des Standardmodells
3. Revision der Grundlagen
3.1 Erneuerung der Forschungskonzepte
3.2 Daten über den Filmerfolg
4. Revision des Modells
4.1 Entwicklung der Grundthese
4.2 Mögliche Einwände gegen die Grundthese
4.3 Qualifizierung der Grundthese
4.4 Präzisierung der Grundthese
5. Revision der Erklärung
5.1 Wandel des Filmangebots
5.2 Wandel der Präferenzen des Kinopublikums
5.3 Eine Theorie des Erfolgs ausländischer Filme
6. Zusammenfassung
7. Nachwort
8. Verzeichnisse
8.1 Kino-Erfolgsranglisten
8.2 TV-Erfolgsranglisten
8.3 Tabellen
8.4 Abbildungen
9. Bibliografie
9.1 Primärquellen
9.2 Forschungsliteratur

Rezensionen

“Joseph Garncarz’ Habilitationsschrift sorgte in der wissenschaftlichen Welt für Furore. Jetzt liegt sie als Buch vor.”

Oberbayerisches Volksblatt, 27. 4. 2013

„Es kommt nicht oft vor, dass eine Habilitationsschrift schon lange vor ihrer Veröffentlichung die Arbeiten von Kollegen inspiriert und ein Forschungsfeld eröffnet.“

Chris Wahl, Filmblatt, Nr. 53/2013

„Joseph Garncarz hat eine längst überfällige Korrektur nie wirklich hinterfragter Annahmen über die internationale Vermarktung der Ware Film geliefert, indem er statistische, ökonomische und mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen sinnfällig und umsichtig zusammengeführt hat.“

Uli Jung, MEDIENwissenschaft 02/2013

„Die wissenschaftlich überzeugende Darstellung dieses [nachfrageorientierten] Ansatzes hat bereits jetzt wesentlich dazu beigetragen, die Perspektiven filmwissenschaftlicher Forschung zu erweitern.“

Wolfgang Mühl-Benninghaus, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2014-3-067>

„Joseph Garncarz‘ überarbeitete und gekürzte Habilitationsschrift liest sich als klug durchdachtes Buch über die Vorlieben des deutschen Publikums im Wandel. […] Die Studie bietet für Forscher und Studierende exzellente Impulse für das Nachdenken über populäres Kino. Es war ein echtes Vergnügen, dieses Buch zu lesen.“

Kundenrezension, Amazon, 23. 3. 2013.

 


 

[Herausgeber mit Annemone Ligensa] 24 Frames: The Cinema of Germany.

New York: Columbia University Press, 2012.

Hier bestellbar

Klappentext

This volume tells the story of the cinema of Germany in 24 essays, each analyzing an individual film, in a fresh and concise way. First and foremost, the story is that of a ‘national’ film industry which successfully met the demand of a ‘national’ audience from the 1910s to the 1960s, with films such as THREE FROM THE FILLING STATION (1930) and THE TREASURE OF SILVER LAKE (1962). As a consequence of World War II, popular German cinema declined during the 1960s and early 1970s. Films from these decades, such as YESTERDAY GIRL (1966) and GERMANY IN AUTUMN (1978), broke with the conventions of film form as well as with the mode of production that popular narrative cinema had established. From the 1980s onwards, a new generation attempted to re-establish a popular German cinema with films such as THE BOAT (1981) and RUN LOLA RUN (1998). This unique collection thus charts the varying fortunes of a national cinema whose renewed vigour is now clearly a force in contemporary world cinema.

Inhaltsverzeichnis

Introduction Joseph Garncarz

01 Des Pfarrers Töchterlein Martin Loiperdinger
02 Das Cabinet des Dr.Caligari / The Cabinet of Dr CaligariUli Jung
03 Der letzte Mann / The Last Laugh Sidney Gottlieb
04 Metropolis / Metropolis Tom Gunning
05 Berlin – Die Sinfonie der Großstadt / Berlin –Symphony of a Big City Daniel Kothenschulte
06 Die weisse Hölle vom Piz Palü/ The White Hell of Pitz Palu Annette Deeken
07 Die Drei von der Tankstelle / Three from the Filling Station Christian Junklewitz
08 Olympia / Joseph Garncarz
09 Die GroßeLiebe / The Great Love Stephen Lowry
10 Der weißeTraum / The White Dream Anna Sarah Vielhaber
11 Die Mörder sind unter uns / The Murderers Are AmongUs Erica Carter
12 Grün ist die Heide / The Heath Is Green Harro Segeberg
13 Die Brücke / The Bridge Claudia Liebrandand Gereon Blaseio
14 Der Schatz im Silbersee / The Treasure of Silver Lake Annemone Ligensa
15 Der geteilte HimmelThe Divided Heaven Ursula von Keitz
16 Abschied von gestern – Anita G. / Yesterday Girl Thomas Ballhausen and Günter Krenn
17 Die Legende von Paul und Paula / The Legend of Paul and Paula Wolfgang Mühl-Benninghaus
18 Jeder für sich und Gott gegen alle / The Enigma of Kaspar Hauser Knut Hickethier
19 Deutschland im Herbst / Germany in Autumn Dietrich Leder
20 Das Boot / Das Boot Peter Krämer
21 Männer / Men Holger Römers
22 Lola rennt / Run, Lola, Run Sabine Gottgetreu
23 Good Bye, Lenin! / Good Bye, Lenin! Seán Allan
24 Das Wunder von Bern / The Miracleof Bern Malte Hagener

Filmography
Bibliography
Index

Rezensionen

“In a bold distinction from previous anthologies on this topic, this book constructs a history of German cinema not according to famous directors, artistic movements or thematic concerns, but primarily according to popularity. The resulting collection of essays provides a fresh angle of well-known classics, but also covers previously ignored films. The style is informative, succinct and accessible, and the content will appeal to general film fans as much as to film students and scholars.”

Tim Bergfelder, University of Southampton

“Twenty-four German films presented in a concise and highly readable style for the discerning film fan and student of film history. The emphasis on popular films side by side with well-known classics is particularly welcome.”

Sabine Hake, University of Texas at Austin

„From National Art to National Entertainment: Rewriting German Film History. […] [I]f one strips German film of its socially interpretative function (the subject of Kracauer’s, Anton Kaes’s, and Elsaesser’s works), and also refuses to view it as art (as Lotte Eisner did), choosing to see it solely as commercial, then why should it be interesting to non-Germans? The implicit answer would have to lie in an empirical sociology of entertainment.“

Larson Powell, H-Net Reviews in the Humanities & Social Sciences, Oct. 2014

„[O]ne of the volume’s strengths lies in the contributors’ shared commitment to offer brief yet substantive treatments of their respective films, allowing the book to be as much a research-grounded handbook as it is a history.“

Theodore F. Rippey, Monatshefte, Vol. 106, No. 4, 2014

„The essays collected in The Cinema of Germany do provide good introductions to German cinema from 1919 to 2003. […] The volume could be used in conjunction with a course on German film and makes for interesting reading in its own right.“

James M. Skidmore, Seminar: A Journal of Germanic Studies, Vol. 49, No. 3, 2013


 

Maßlose Unterhaltung: Zur Etablierung des Films in Deutschland 1896-1914.

Frankfurt/M. und Basel: Stroemfeld, 2010 [von einer internationalen Jury 2011 mit dem Willy-Haas-Preis ausgezeichnet].

Hier bestellbar

Klappentext

1896 war die Reichweite des neuen Mediums Film noch relativ gering: Artisten und Schausteller präsentierten Programme ›bewegter Bilder‹, die kaum länger als 15 Minuten dauerten, überwiegend in Großstädten.

1914, also weniger als zwei Jahrzehnte später, gab es knapp 2.500 ortsfeste Kinos in deutschen Groß-, Mittel- und Kleinstädten, die abendfüllende Filmprogramme boten und bis zu 250 Millionen Eintrittskarten verkauften.

Artisten und Schausteller erkannten das immense Unterhaltungspotential des neuen Mediums Film unmittelbar. Unklar blieb dagegen lange, welche Form der Filmaufführung sich auf dem um 1900 bereits vielgestaltigen Unterhaltungsmarkt durchsetzen sollte. So konkurrierten unter anderem aktuelle, nicht-fiktionale Filmnummern innerhalb von Varietéprogrammen, spektakuläre Kurzfilme in mobilen Jahrmarktkinos und sensationelle Kinodramen in ortsfesten Kinotheatern miteinander um die Gunst des Publikums.

Joseph Garncarz zeigt erstmals, wie und warum unterschiedliche Aufführungsformen entstanden, wie sie jeweils spezifische Programm- und Filmformen entwickelten und wie sich das Kino in der heute bekannten Form letztlich durchsetzte.

Die Untersuchung beruht auf der systematischen Auswertung einer Vielzahl unterschiedlicher, teilweise bisher ungenutzter Primärquellen, wobei die filmspezifischen Befunde in den soziokulturellen Kontext der wilhelminischen Gesellschaft eingebettet werden.

Damit leistet die Studie einen wertvollen Beitrag sowohl zur Geschichte des Kinos als auch zur Mediengeschichte der Unterhaltungskultur um 1900.

Die anschauliche Darstellung wird durch zahlreiche, bisher unveröffentlichte Abbildungen unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Internationales Varieté
2. Lokales Varieté
3. Jahrmarktkino
4. Saalkino
5. Ladenkino
6. Kinotheater
7. Kinopalast
8. Varietés und Wanderkinos unter Konkurrenzdruck
Zur Etablierung des Films als Unterhaltungsmedium
Dank
Bibliographie
Abbildungsnachweis

Rezensionen

Willy-Haas-Preis 2011

Auszeichnung einer bedeutenden internationalen Publikation zum deutschsprachigen Film bzw. zum Film in Deutschland.

„Joseph Garncarz bietet in dieser materialreichen Studie eine umfassende Übersicht über Aufführungsformen und Rezeptions-Zusammenhänge im frühen deutschen Kino. […] Die Untersuchung stützt sich auf die Auswertung zahlreicher unterschiedlicher und bisher vielfach unbekannter Primärquellen. Interessierte haben es ferner Garncarz zu verdanken, dass diese und weitere Quellen in den unter Beteiligung von Garncarz entwickelten und online zugänglichen Siegener Datenbanken zum frühen Kino auffindbar zu machen sind. Es ist somit auch eine gelungene Kombination des traditionellen Buches mit ergänzenden Online-Angeboten.“

Laudatio der internationalen Jury

„Buch des Monats“ (Juli 2010)“

Hans Helmut Prinzler, Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Berlin

„Wie das Kino von der Varietésensation zum kulturellen Ereignis wurde, zeigt Filmhistoriker Joseph Garncarz in seinem beeindruckenden Pionierwerk über die Aufführungsformen des frühen Films in Deutschland.“ „Hervorragend“

Münchner Merkur, 4. März 2011

„Das liebevoll illustrierte und anschaulich geschriebene Buch mag auf den ersten Blick in seinen Ansprüchen bescheiden sein. In letzter Konsequenz gelingt ihm nicht weniger als die Vermessung eines ganzen, lange verloren geglaubten Kontinents der deutschen Filmgeschichte. […] Die Ergebnisse, zu denen Garncarz gelangt, sind ohne Übertreibung als bahnbrechend zu bezeichnen, weil sie nicht nur erstmals erschöpfend und systematisch Auskunft darüber geben, wo und wie der Film sich in den Jahren 1896-1914 als Unterhaltungsmedium etabliert hat. Darüber hinaus lassen die verschiedenen Formen und Foren der Filmvorführung auch Rückschlüsse zu auf die geographische Reichweite der einzelnen Unternehmung, die Zusammensetzung ihres Publikums, die Einbettung in das jeweilige Umfeld an alternativen Unterhaltungsangeboten sowie nicht zuletzt die bevorzugten Genres und Themen der gezeigten Filme selbst.“

Michael Wedel, Schnitt, Nr. 60, 14. Okt. 2010

„Garncarz‘ Verdienst ist nicht hoch genug zu bewerten. […] Exemplarisch zeigt er, wie Filmgeschichte geschrieben und vorangetrieben werden kann, selbst dann, wenn die Filme materiell nicht mehr erhalten sind. […] Bleibt zu hoffen, dass sich Forschende, Lehrende und Studierende gleichermaßen davon inspirieren lassen, weitere Funde in der Aufführungsgeschichte des frühen Kinos in Deutschland zu heben und zu präsentieren.“

Wolfgang Fuhrmann, Filmblatt, Nr. 45, 16. Jg., Sommer 2011

„Die Untersuchung von Garncarz ist ein wesentlicher Beitrag zur Geschichte des Kinos, aber auch zur Schaustellergeschichte.“

Der Komet, Nr. 5334, 128. Jg., 20. Okt. 2010, S. 13

„Da kann man nur ‚Respekt‘ sagen und ‚Viel Vergnügen‘ wünschen! […] Höchst empfehlenswerte Neuerscheinung.“

Markt- und Schaustellermuseum, Essen


Filmfassungen: Eine Theorie signifikanter Filmvariation. Studien zum Theater, Film und Fernsehen. 16. Hg. von Renate Möhrmann.

Diss. Köln, 1990. Frankfurt am Main [u.a.]: Peter Lang, 1992.

Hier bestellbar

Klappentext

Diese Studie ist eine erste Einführung in das bisher kaum hinreichend beachtete Phänomen signifikanter Filmvariation. Es ist eine Tatsache, daß Spielfilme in verschiedenen Medien (Kino, Fernsehen, Video) für unterschiedliche Publika (Massenpublikum, cineastisches Publikum) ideologisch verändert, synchronisiert und rekonstruiert werden. Wie, wann, von wem, für wen und warum werden Filme verändert? Der Autor hat eine Theorie entwickelt, um ein sachgerechteres Wissen über signifikante Filmvariationen bilden zu können als es bisher erreicht ist. Eine Vielzahl anschaulicher Beispiele der Veränderungen bekannter Filme wie THE AFRICAN QUEEN, LES AMANTS, BRINGINGUP BABY, CASABLANCA, THE GOLD RUSH, JOUR DE FÊTE, NOTORIOUS, PANZERKREUZER POTEMKINzeigen den praktischen Wert der Theorie signifikanter Filmvariation.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
2. Der Gegenstand
2.1. Filmfassung
2.2. Ziele und Verfahren signifikanter Filmvariation
2.3. Fassungsarten
3. Die Methode
3.1. Voraussetzungen
3.2. Parallelvergleich
3.3. Bestimmung der Variationsnorm
3.4. Komplikationen
4. Die Erklärung
4.1. Modell einer Verflechtung der an einer Variationbeteiligten Gruppen
4.2. Ein Beispiel: THE GOLD RUSH
4.3. Komplikationen
4.4. Methodische Anmerkung
4.5. Zuverlässigkeit des Wissens
5. Zwei Beispiele
5.1. Die deutschen Fassungen von LES AMANTS
5.1.1. Die signifikanten Filmvariationen
5.1.2. Anpassung an wessen Standard?
5.1.3. Ein Exkurs
5.1.4. Interdependenzgeflechte
5.2. Die ‚häßlichen‘ Deutschen. Signifikante Variation […]
5.2.1. Die signifikanten Filmvariationen
5.2.2. Nationale Zugehörigkeit
5.23. Spezialisten der Variation
5.2.4. Verfahren der Variation
5.2.5. Anpassung an wessen Standard?
5.2.6. Interdependenzgeflechte
5.3. Integration beider Modelle
6. Perspektiven
Anhang
Darstellungen
Abkürzungsverzeichnis
Register
Herkunft der verwendeten Filmkopien
Filmtitel
Personen

Rezensionen

„Garncarz‘ Kölner Dissertation handelt, erhellend und praxisnah, von jenen Filmvariationen, die durch Synchronisation, durch Urheber-, Produzenten-, Verleiher- bzw. Zensur-Eingriffe zustande kommen. […] Denn daß Garncarz Probleme, die sich aus der Variation von Filmen ergeben, in ihrem sachlichen und sozialen Kontext angemessen ordnet und bei seinen Untersuchungen […] die Fruchtbarkeit seines theoretischen Ansatzes und seiner Arbeitsweise demonstriert, macht den Wert der Publikation aus.“

Gerd Albrecht, in: MEDIENwissenschaft, Nr. 1-2 1993.

„Die Dissertation des Kölner Soziologen Joseph Garncarz ‚Filmfassungen‘ überzeugt vor allem durch die Analyse der Bearbeitung von moralisch und politisch anstößigen Motiven in ausländischen Spielfilmen. Seine genaue Recherche einzelner Vorgänge hat überdies Materialien für die Forschung erschlossen, die vorher unbekannt waren oder kaum beachtet wurden. Dies trifft auf den Schriftwechsel von Verleihern, und Synchronfirmen, auf die Entwicklung der Filmkritik zu einzelnen Filmen wie auf die Heranziehung von Umfrageergebnissen zu.“

Guido Marc Pruys: Die Rhetorik der Filmsynchronisation: Wie ausländische Spielfilme in Deutschland zensiert, verändert und gesehen werden. Tübingen: Narr, 1997, S. 37